Zeitungsfacetten 2026: Verlässliche Informationen zählen – unabhängig vom Kanal
In der aktuellen Gattungsstudie beleuchtet die Score Media Group bereits zum zehnten Mal die Entwicklung von Zeitungsnutzung und Informationsverhalten sowie die Wirkung glaubwürdiger Medienumfelder auf Werbung und Markenwahrnehmung.
Die zentralen Ergebnisse
- Regionale Tageszeitungsmarken bleiben feste Informationsgröße: 62 Prozent der Menschen in Deutschland lesen Zeitungsangebote – immer mehr digital.
- Qualität auf allen Kanälen: Egal ob gedruckt oder digital, für 71 Prozent der RTZ-Leser*innen zählt, dass sie verlässliche Informationen erhalten.
- Unterschiedliche Stärken: Print wird besser erinnert, Online häufiger angesteuert.
- Hohe Zahlungsbereitschaft für glaubwürdige Inhalte: Qualitätsjournalismus und Schutz vor Desinformation treiben die Zahlungsbereitschaft.
- Hohe Werbeakzeptanz: Werbung gehört für Leser*innen selbstverständlich zur RTZ dazu – auch im Umfeld negativer Berichterstattung.
Düsseldorf/München, 11. Juni 2026 – Verlässliche Informationen sind für die Menschen wichtiger als der Ausgabekanal: Sieben von zehn Leser*innen (71%) regionaler Tageszeitungsmarken (RTZ) sagen, dass am Ende vor allem zählt, glaubwürdige Inhalte zu erhalten – egal ob gedruckt, online oder im E-Paper. So geben auch mehr als die Hälfte der Befragten (56%) und fast zwei Drittel der Leser*innen (64%) an, dass sie etablierten Medienmarken mehr vertrauen als Informationen, die sie über Social Media erhalten. Dieser Glaubwürdigkeitsvorsprung spiegelt sich in zwei weiteren Insights wider: Für die Leser*innen zählen Zeitungsangebote neben klassischem TV (59%) und Internet (54%) zu den Top-3-Informationsquellen – und für jede*n zweiten RTZ-Leser*in sind die RTZ-Angebote erste Anlaufstelle für aktuelle Nachrichten.
Dies sind nur einige Ergebnisse der aktuellen Gattungsstudie „Zeitungsfacetten 2026“ der Score Media Group. Die nationale Vermarktungsplattform für regionale Medienmarken liefert nunmehr zum zehnten Mal mit ihrer repräsentativen Online-Befragung von über 5.500 Menschen wertvolle Insights zu Nutzung, Informationsverhalten und Einstellungen gegenüber Werbung.
Die digitale Nutzung wächst kontinuierlich weiter
Das starke Standing regionaler Tageszeitungsmarken belegt auch die grundsätzliche Nutzung: Die verschiedenen Angebote erreichen unverändert knapp zwei Drittel der Menschen in Deutschland (62%). Der Shift ins Digitale geht dabei weiter – kontinuierlich und ohne Brüche: Das E-Paper legt im Jahresvergleich um vier Prozent zu und erreicht inzwischen ein Drittel der Bevölkerung (33%). Die Nutzung von Online-Angeboten regionaler Medienmarken steigt um acht Prozent auf 45 Prozent. Besonders dynamisch entwickeln sich Paid Online-Angebote: Die Zahl der Online-Abos wächst im Jahresvergleich um 29 Prozent, inzwischen nutzen neun Prozent der Menschen kostenpflichtige digitale Zeitungsangebote.
Intensive Nutzung – besondere Stärke des geschriebenen Worts
Die RTZ-Lektüre, gedruckt wie digital, gehört für die Leserschaft fest zum Alltag: Die große Mehrheit der Print-Nutzenden – knapp drei Viertel (74%) – liest dabei täglich mehr als 15 Minuten, ein knappes Drittel (29%) von ihnen sogar bis zu einer Stunde in ihrer Abozeitung. Bei den E-Paper-Leser*innen liegt dieser Anteil (15-59 Minuten) bei 65 und den Paid-Online-Usern bei 63 Prozent. Die Gratis-Angebote werden dagegen eher flüchtig konsumiert und von über der Hälfte (51%) unter 15 Minuten genutzt.
Das geschriebene Wort spielt dabei eine besondere Rolle: RTZ-Leser*innen sagen, dass sie bei komplexen Themen leichter den Überblick behalten, wenn sie Nachrichten lesen (57% Gesamt vs. 65% Leser*innen). So geben auch 63 Prozent der RTZ-Leserschaft Print den Vorzug gegenüber Bild und Ton, wenn sie Informationen wirklich behalten wollen (Gesamt: 55%).
Qualitätsjournalismus schafft Vertrauen und Zahlungsbereitschaft
Relevante lokale Informationen, journalistische Qualität und der Wunsch nach glaubwürdiger Orientierung in Zeiten von Desinformation sind die zentralen Gründe, warum die Leser*innen bereit sind zu zahlen. Zwei Drittel der Print-Abonnent*innen (67%) und der Paid-Online-Nutzer*innen (66%) bezahlen insbesondere für relevante Informationen aus ihrer direkten Umgebung. Gerade durch die Unsicherheit, die durch die Flut an KI-generierten Inhalten und weitverbreiteten Fake News kontinuierlich wächst, wird zudem der „Schutz vor Desinformation“ immer wichtiger: Für 60 Prozent der Print-Leser*innen und 57 Prozent der Paid-Online-Nutzer*innen ist dies ein zentrales Motiv für das Abonnement. Gleichzeitig nennen 63 Prozent der Print-Leser*innen die Qualität des Journalismus als entscheidenden Grund für ihre Zahlungsbereitschaft, während für 60 Prozent der Paid-Online-Nutzer*innen insbesondere der Zugang zu häufig aktualisierten Nachrichten ausschlaggebend ist.
Die Studie unterstreicht erneut die gesellschaftliche Bedeutung regionaler Tageszeitungsmarken: Rund zwei Drittel der RTZ-Leser*innen sehen regionale Medienmarken als wichtigen Beitrag zur freien Meinungsbildung und Demokratie. Ebenso viele vertrauen den dort veröffentlichten Informationen ausdrücklich. 63 Prozent schätzen zudem, dass regionale Tageszeitungen weiterhin Inhalte bieten, die von Redakteur*innen recherchiert und verfasst werden – und nicht von KI.
Inhalte regionaler Medienmarken wirken weit über klassische Kanäle hinaus
Der Wert regionaler Tageszeitungsmarken als Absender glaubwürdiger Informationen zeigt sich auch in der kanalübergreifenden Nutzung ihrer Inhalte. Längst beschränkt sich diese nicht mehr nur auf die klassischen Angebote: Fast jede*r zweite RTZ-Leser*in (49%) konsumiert Inhalte regionaler Tageszeitungen auch über Social Media. 42 Prozent gelangen über Suchmaschinen oder KI-Suchen auf RTZ-Inhalte. Darüber hinaus gewinnen Newsletter- und Podcast-Angebote weiter an Bedeutung.
Werbung profitiert vom glaubwürdigen Medienumfeld
Die Glaubwürdigkeit der Medienmarke wirkt bekanntlich nicht nur auf Inhalte, sondern auch auf Werbung. So geben 39 Prozent der Befragten an, Werbung in glaubwürdigen Medien besonders aufmerksam wahrzunehmen.
Grundsätzlich gehört Werbung selbstverständlich zum Nutzungserlebnis regionaler Tageszeitungen dazu: Zwei Drittel der RTZ-Leser*innen (66%) stimmen dieser Aussage ausdrücklich zu. Besonders Paid Online-Nutzer*innen zeigen sich Werbung gegenüber offen: 45 Prozent akzeptieren Werbung als Gegenleistung für den Zugriff auf hochwertige Inhalte und 44 Prozent interessieren sich neben journalistischen Beiträgen auch aktiv für werbliche Inhalte.
Interessant ist, dass für die Werbewirkung der umgebene Nachrichteninhalt unkritisch ist: Mehr als jede*r zweite RTZ-Leser*in (52%) empfindet Werbung auch neben negativem News-Content als „völlig normal“. Zwei Drittel der befragten Leserschaft (65%) geben an, Werbung neben allen Nachrichten gleich wahrzunehmen.
Werbung wird dabei nicht nur akzeptiert, sondern bewusst wahrgenommen: Jeweils rund zwei Drittel der Leser*innen schauen sich Anzeigen aktiv an (Print: 67%; E-Paper: 67%; Paid Online: 68%). Noch höher ist die Aufmerksamkeit bei Beilagen: 82 Prozent sehen sich Print-Beilagen bewusst an, 80 Prozent Beilagen im E-Paper und 75 Prozent Beilagen in Paid Online-Angeboten.
„Die aktuellen Zeitungsfacetten zeigen sehr deutlich: Die Menschen suchen verlässliche Informationen – unabhängig davon, über welchen Kanal sie diese erhalten. Regionale Medienmarken bleiben dabei wichtige Orientierungspunkte in Zeiten von Krisen, Desinformation und wachsender Unsicherheit. Gleichzeitig schreitet die digitale Transformation kontinuierlich voran: Unsere Inhalte bleiben relevant, die Kanäle werden vielfältiger“, kommentiert Carsten Dorn, Geschäftsführer der Score Media Group die Ergebnisse. „Werbung profitiert dabei unmittelbar vom Vertrauen, das regionale Medienmarken über Jahrzehnte aufgebaut haben. Gerade in einer zunehmend fragmentierten Medienwelt bieten wir Werbungtreibenden ein glaubwürdiges Umfeld, hohe Aufmerksamkeit und eine Leserschaft, die sich bewusst mit allen Inhalten einer Zeitung auseinandersetzt.“
Studien- und Bildmaterial finden Sie hier.
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